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„freches hus“ als baufällige Klosterruine mit Baugerüst

Unterm gemeinsamen Schirm: Vorsitzender Arthur Hilberer und Künstlerische Leiterin der Burgbühne, Cornelia Bitsch, sehen positiv in die neue Spielzeit 2016/17Burgbühne stellt Theaterprogramm 2016 bis Frühjahr 2017 vor
Zwei Neuinszenierungen und eine Wiederaufnahme wird die Burgbühne in den nächsten Monaten bieten: Von der Freilichtinszenierung „Himmel auf Erden“ über die „Männer“-Revue bis zur Wiederaufnahme von „Runter zum Fluss“ im Frühjahr 2017.

 

Es ist ein pluralistisches, doch keineswegs beliebiges Programm mit viel Musikalischem: „Wir versuchen, einen stetig steigenden Anspruch an uns selbst mit neuen Stücküberlegungen zu bedienen“(Cornelia Bitsch). Im Sommer spielen Frauen spielerisch und gesanglich die Hauptrollen mit „einem Hahn im Korb“ (Arthur Hilberer), im Herbst/Winter gibt es in der „Männer“-Revue nur eine Lady. (Nicole Serve)

Der Garten des „freche hûs“ bekam eine komplett neue Verkabelung und das Technikhaus neue Fenster, „kontraproduktiv“ zur Aufführung, denn da wird das Bühnenbild für die Aufführung eingerüstet, steht doch das Kloster, in dem die Handlung spielt, kurz vor dem Abbruch. Den „Himmel auf Erden“ verspicht die Freilicht-Inszenierung der Burgbühne in der Sommersaison .
Wie hilft sich eine kleine Gruppe von klösterlichen Schwestern, die nach der angedrohten Schließung ihrer Klosterschule, der Verlegung all ihrer Waisenkinder, die sie in ihrer Obhut hatten und der Verteilung ihrer zahlreichen Schwestern in andere Klöster nun mehr in ihrem baufälligen Kloster ausharren und auf „Hilfe von oben“ warten? Zunächst gehen sie nach wie vor ihrer Arbeit nach, beten und hecken vielerlei Ideen aus, um zu Geld zu kommen, denn Geld das brauchen sie, um ihre „Klosterruine“ wieder instand zu setzen - liebevoll werden sie charakterisiert in ihrer Naivität, aber auch in ihrem Enthusiasmus und letztlich ihrer Akzeptanz fremder Hilfe. Denn Hilfe brauchen sie von außen – und da tritt ein mehr oder minder windiger Reporter (Arthur Hilberer in einer sehr vielschichtigen Rolle) in das Klosterleben ein und verzaubert schnell die ein oder andere Nonne mit seinen unkonventionellen Überlegungen. Schließlich gewinnt er die Äbtissin für sich und seine Ideen, da die beiden sich gemeinsamer Freunde aus der Vergangenheit erinnern und auch, da Klaus Heiter, der Sensationsreporter, sich seiner einstigen Fähigkeiten und Eigenschaften besinnt, „Farbe bekennt“ und sich glaubwürdig zum seriösen Helfer und Berichterstatter wandelt.
Die witzige, turbulente und musikalisch herrlich untermalte Musicalkomödie zeigt liebenswerte  Charaktere, die  neben Gottvertrauen schließlich auch auf die eigenen Fähigkeiten  bauen. Rasch bietet sich so den fleißigen Klosterfrauen Hilfe von vielen Seiten, und vielleicht gelingt es ihnen ja ihr in die Jahre gekommenes Kloster in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Regisseurin Cornelia Bitsch entwickelte eine spezielle Burgbühnenfassung aus der Komödie von Wilfried Achterfeld, Songs werden am Klavier von Kurt Bayer begleitet, die Tanzeinlage der ;Mädchentruppe von Anne Braun einstudiert. Die Burgbühne ist sicher eine der wenigen Bühnen, die nicht über Nachwuchssorgen klagen: In der Sommerinszenierung ist eine Kinderszene und Tänzerinnen der Jungen Bühne einbezogen.

Im Herbst feiert „Männer“  Premiere – eine hinreißende Revue - wie auch „Sekretärinnen“- von Franz Wittenbrink  über das „starke“ Geschlecht und ihre kleinen (und großen) Schwächen, die landauf, landab das Publikum hinreißt.
Männer haben es wirklich nicht leicht. Stark sollen sie sein und gleichzeitig empfindsam. Rücksichtsvolles Verständnis sollen sie zeigen, Beschützer sein, waschen, bügeln kochen können…Wo ist ein Mann noch ein Mann? Wo darf er noch leiden, weinen, sich austoben und feiern, nur im Fußballstadion? Nein natürlich nicht, wenn Mann Mann trifft, will keiner so schnell nach Hause gehen und so gestalten sie ihre Treffpunkte zwar eher zufällig aber in voller Männerabsicht! So treffen in „Männer“ ganz unterschiedliche Typen „Mann“ aufeinander – und so kumpelt, tröstet und singt man(n) zusammen gegen den Rest der Welt. So powern sie Songs von Joe Cocker, Johnny Cash, Herbert Grönemeyer, The Troggs, Mötley Crüe und vielen Anderen und mit Matthias Schulz als musikalischem Leiter am Klavier, Regie und Choreographie führt Cornelia Bitsch, Korrepetition hat Anja Bittner.
Lied um Lied lernen wir sie kennen, die „Männer“, wenn sie sich bis in die Tiefen ihres Seelenlebens schauen lassen  – unverzichtbar für alle Frauen, unvermeidlich für alle Männer.

Termine:
„Himmel auf Erden“: Freitag, 17. Juni 2016 (Premiere),  weitere Termine: 18., 24. und 25. Juni, am 1., 2., 8., 9., 15., 16., 22., 23., 29. und 30. Juli, jeweils 20 Uhr ;
3., 17. und 24. Juli, jeweils um 19 Uhr, am 10. Juli findet die Senioren und Familienvorstellung um 17.00 Uhr mit anschließender musikalischer Unterhaltung statt.
Bei Regen wird im „freche hus“ gespielt (nur Block B), Karten für A- und C-Block können in diesem Fall beim Bürgerbüro getauscht werden.  


„Männer“: Aufführungen: 14. (Premiere), 15.,21., 22.Oktober, 4., 23.,  26. November,  7., 9., und 10. Dezember., jeweils 20.00 Uhr; 23., 30. Okt., 6. Nov., jeweils 19.00 Uhr., im freche hus.

Kartenvorbestellung – und verkauf: Bürgerbüro Oberkirch, Tel. 07802/82700 oder www.ortenaukulur.de