„Annas Herzstück“ sahen rund 2400 Zuschauer
Besonders zufrieden blickt der Theaterverein bei der jährlich obligatorischen „Wallfahrt“ zurück auf die vergangene Sommersaison im Zeichen der Heimattage: Themen rund um die Heimat und Kultur waren ansprechend, guter Teamgeist und Weiterentwicklung des Ensembles. Foto: Justine Haupt
Mit 90 % die bisher beste Auslastung einer Freilichtsaison der Burgbühne
Obk.(Gj) Ideenreich, bunt, bildgewaltig und spielfreudig holte Regisseur Rob Doornbos mit der diesjährigen Burgbühnen-Inszenierung Oberkircher Geschichte ins Heute mit einem konsequent durchdachten Regiekonzept und einer modernen Textfassung (Jürgen von Bülow) und kongenialer Musik (Magnus Reichel). „Warum das Stück so erfolgreich war: Ich denke, dass die Themen rund um die Heimat und unsere Kultur die Leute angesprochen haben. Ich sah das anfangs eher als Risiko, doch genau damit konnten wir letztlich beim Publikum punkten. Die Umsetzung, die schauspielerische Leistung, Bühnenbild und Musik wurde von allen Seiten sehr gelobt und war einfach stimmig“, resümierte der Vorsitzende Thomas Wiegert die diesjährige Saison. Sicher hat auch das anhaltend gute Wetter zu dem enormen Erfolg beigetragen, das zeigt sich an den guten Vorverkaufszahlen und auch an den vielen kurzfristigen Besuchern an der Abendkasse.
Eine Vorstellung konnte regenbedingt nicht gespielt werden und eine Vorstellung entfiel im Vorfeld wegen der Fußball-WM – trotzdem gab es mit 2400 eine stolze Zuschauerzahl und eine hohe Auslastung von 90%, bei den letzten Vorstellungen wurde jeder Platz angenommen, auf Stühlen oder bei der Kasse und die Abendkasse wurde gut frequentiert. Auf Instagram meldeten sich zahlreiche Besucher mit positiven Kommentaren, die ganz unterschiedliche Punkte der Inszenierung hervorhoben, eine Zuschauerin, die „hellauf begeistert war“, bat um die nachdenklichen Textpassagen vor der Pause und am Schluss, die sie selbst für eine Rede verwenden wollte.
Dass es auch eine besonders positive Atmosphäre im Ensemble gab, bestätigt Michael Huber, der neben seiner Rolle als Annas Vater den aufwendigen Job als Regieassistent übernommen hatte: „In 190 Probestunden wurden Text-, Besetzungs-und Terminprobleme bewältigt, Ideen zur Umsetzung ausprobiert, teilweise kontrovers diskutiert und wieder verworfen. Aber das Ergebnis war es wert: Es ist nicht nur Annas, sondern unser aller Herzstück geworden.“ Und Anne Kowalsky, die die Titelrolle formidabel spielte, betont vor allem die „tolle Gemeinschaft“, in der sie sich immer wohl fühlte und Ausgleich fand: „Und in Anna konnte ich mich auch charakterlich wiederfinden“.
Schon seit etlichen Jahren ist es Brauch, der von Arthur Hilberer und Ute Söllner initiiert wurde, nach einer erfolgreichen Sommersaison zu danken – mit einer Wallfahrt zur Fatima-Kapelle, die jeweils bei Lachmanns startet und im Garten des „freche hus“ ausklingt.
Im Winter geht das Bühnen-Programm im „freche hus“ weiter mit der Wiederaufnahme des Kinderstücks „Der kleine Rabe Socke. Alles wieder gut“ in der Regie von Vanessa Söllner-Kohler und Justine Haupt.