Die Wunderübung

Die Burgbühne Oberkirch nimmt die Erfolgskomödie des österreichischen Autors noch einmal auf.

Die Wunderübung

Ausverkauft waren sämtliche Vorstellungen der „Wunderübung“ im vergangenen Herbst. Deshalb nimmt  die Burgbühne Oberkirch die Erfolgskomödie des österreichischen Autors noch einmal auf. 

Joana und Valentin (Silvia Käshammer und Ingo Lachmann) sind ein Ehepaar in der Krise. Früher mal rasend verliebt, vor allem in der  Kennenlernphase während eines Tauchurlaubs an tropischen Küsten  („wir waren eine klassische  Unterwasserbeziehung“), seit der Ankunft der Kinder allerdings im Stadium fortschreitender  Entfremdung befindlich. Sie frustrierte Historikerin, er gestresster Luftfahrt-Ingenieur. Sie  temperamentvoll, er verschlossen, sie übernimmt 99 Prozent der Haushalts- und Familienarbeit,  weil er sich da raushält.

Auch die durchschaubaren Taktiken und verbalen Mantras des Beraters bereiten Vergnügen:  „gemeinsam wollen“, herausarbeiten, was jeder am anderen schätzt, was „jeder Einzelne für sich will“, um dann das „Verbindende ins Auge zu fassen“: bloß nicht als Schiedsrichter angesehen  werden, bloß nicht konkrete Ratschläge erteilen, immer wieder belobigen. Unermüdlich greift er in die Wundertüte seines Therapie-Repertoires und überrascht seine Klienten (und die Zuschauer) mit etlichen tatsächlich originellen und sinnvollen Übungen.

Glattauer, Autor von „Gut gegen  Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“, ist tatsächlich kein Laie: Er hat eine zweieinhalbjährige  Ausbildung zum Psychosozialen Berater absolviert und dabei auch Paartherapie gelernt. Der bedrängte Paartherapeut hat wunderbar beruhigende Sätze parat: „Kein Paar, das  hierherkommt, hat seine beste Phase.“ Nur, dass diese Beruhigungen bei diesen beiden Klienten so gar nicht fruchten wollen,  die knallharten Kontrahenten trampeln alle zarten Pflänzchen gleich  wieder nieder. Er greift zu altbewährten Übungen wie „Perspektiv-Wechsel“‚ „Rollentausch“, „Faustübung“ – alles nichts. Jetzt muss „die Wunderübung“ her.  Ein witziges Stück, das vom rasanten Wortgefecht der drei Schauspieler lebt, in der Regie von Arthur  Hilberer und Johanna Graupe.

(Baden Online)